Samstag, 28. Juli 2012

Schwesterschmerz [2]

Schwesterschnmerz:
Zwei Wochen Muskeltrainingskur und 3 Kilo später habe ich schon so gut wie Geburtstag, und darf endlich nach hause. Ich darf Bela in den Arm fallen, Smilla drücken, Mama sehen. Wir bleiben noch, extra für meinen Auftritt bei Britain's got Talant länger in England. Wir leben dort in einer riesen Villa in London. Übermorgen geht's los. Ich kann wieder gut laufen, die Kur hat Wunder bewirkt. Ich werde am Samstag dahin fahren, ich werde tanzen, und der Welt zeigen, wie glücklich man sein kann. Aber danach muss ich wieder in eine Klinik, damit das nicht wiederkommt. Damit die Muskeln immer auf meinen Kopf hören. Sagen sie.. Ich glaube sie schicken mich da hin, weil sie finden, ich bin zu dünn.. Aber wo bin ich denn dünn ? Meine Oberschenkel schwabbeln bei jedem Schritt, mein Bauch auch, ich habe viel zu große Brüste. B Körbchen o: Ballerinas dürfen höchsens A-Körbchen haben.

"Ich bin so fett. Ich werde abnehmen, so dünn sein, bis ich fliegen kann," das schrieb ich in mein Tagebuch, kurz nach meinem 16. Geburtstag, jetzt werde ich bald 17.. Es ist lange her. In diesem Jahr hab ich viel abgenommen. Doch nach dem Sturz musste ich viel essen, ich wurde praktisch gemästet. o: Ich hab mich eklig gefühlt. 50,32 kg. o: An all das denke ich, während ich im Zug, Richtung 'zuhause'. Ich habe Musik im Ohr. Fast schlafe ich bei 'Engel fliegen einsam- Nena' ein, aber die raue Stimme der Frau, die die Durchsagen macht, lässt mich aufmerksam werden. Ich bin gleich zuhause. Schnell schnappe ich meine Koffer und sehe aus dem Fenster. Alles sind da. Bela. Mama. Papa. und Smilla. Wie ich mich freue so, sie wieder zu sehen.

"Du bist aber dünn geworden, Louise," staunt Smilla. Bin ich das ? Ich könnte schreien vor Glück. Ich habe abgenommen. Sie stürmt auf mich zu. "Ich hab dich so vermisst. Es ist so langweilig ohne dich, und es ist so viel passiert, und ich konnte es dir nicht erzählen." Sie klingt aufgeregt, aber glücklich. "Du erzählst es mir nachher." Mein Blick ist die ganze Zeit auf Bela gerichtet, ich will ihn einfach nur in den Arm nehme. Er lächelt mich an. Sobald ich bin aus Smillas Umarmung gelöst habe, gehe ich zu ihn. Ich nehme ihn in den Arm, und will ihn nie wieder loslassen.

In dieser Nacht schlafe ich viel, aber ehr unruhig. Ich wache oft auf, und frage mich, ob ich noch bei Bela bin. Irgendwann stehte ich einfach auf, und lege mich zu ihm. Er lächelt mich nur an und legt seinen Arm um mich. Ich erzähle ihm, was alles passiert ist. Vorallem erzähle ich von Linus. Ich hab ihn kennengelernt, in der Kur. Wir haben viel gelacht und Spaß gehabt. Er war fast wie ein Freund.. Sowas hatte ich noch nie. Jungs mochten mich nie. Ich bin eher eine Einzelgängerin, in Sachen Jungs. Einen richtigen Freund hatte ich nie, richtig verliebt bin ich auch noch nie gewesen. Der einzige den ich je geliebt habe, war Bela, aber das ist was anderes..
Ein Paar Freundinnen haben für mich eine Party geschmissen, weil ich wieder da bin, und um mir Glück zu wünschen. Und meine beste Freundin Anastasyja ist extra aus Russland gekommen um beim Auftritt an meiner Seite zu stehen. Wie ich sie liebe. Und sie hat einen Studienplatz bekommen, ganz in der Nähe von der Stadt in der wir in Italien wohnen werden, sie wird mit uns kommen.
Sie hatten alles lieb gemacht, mit Chips, Popcorn, Kuchen, Gummibärchen. Aber ich habe nichts gegessen in den drei Tagen, ich will doch schön sein, beim Auftritt. Smilla hat gefragt : "Lulu, willst du eins von meinen Schokostück'chen. ?" "Nein, mein Engel, lieb, dass du fragst, aber ich möchte nichts mehr essen heute." "Aber warum ?", hat sie erstaunt gefragt. "Irgendwann will ich fliegen können, wie ein Engel sein, dafür muss man aber ganz dünn sein. Aber das ist unser Geheimnis, ok ? Das darfst du niemanden erzählen.", hab ich gesagt. "Ich versprech's dir. Heiliges Geschwisterehrenwort."
Es liegen drei Stunden fahrt vor uns. Wir sitzen im Auto, rechts von mir Anastasyja, links Bela. Ich halte ihr Hände. Ich habe Angst. Niemand redet. Smilla ist eingeschlafen und es dauert nicht lange, bis mich 'Comptine d'un autre été' auch in den Schlaf wiegt, und mein Kopf auf Bela's Schulter sackt.
Als ich wieder aufwache, sind wir grade angekommen. Und schooon sagt der Modarator "Frau Paulsen, zwei Minuten noch."
Ich spüre die Aufregung & wie sie sich in meinem Körper verteilt, bis sie bei meinen Beinen ankommt. Sie werden weich. Dieses Mal ist es mir egal, was die denken, ich nehme einem Stuhl mit. Die Frau lächelt mich mitleidig an, als ich rein komme, als könne sich sich noch genau an mich erinnern. Vielleicht kann sie das..
Bevor ich endlich zu tanzen beginnen darf, will die Dame noch wissen, wie es mir geht, fragt nach meiner Gesundheit und sowas. Ich will endlich anfang. Ich rufe nach Bela, er soll bei meinem Auftritt am Rande der Bühne stehen um mir Kraft zu geben. Mit wackligen Beinen richte ich mich auf. Das Licht geht aus. Alle Augen sind auf mich gerichtet. Ich gehe die letzten Tage im Kopf durch. Ich bin stolz, denn ich habe wirklich nichts gegessen. Sogar den Schokoriegel von Bela vorm Auftritt habe ich weggeschmissen. Meine Liebe zu ihm ist sogutwie grenzenlos, doch beim Essen hört sie auf! Scheinwerfer richten sich auf mich. Meine Musik geht an. Ich weiß, ich muss jetzt tanzen! Das tue ich auch. Wie noch nie zuvor. Die Kur hat mir geholfen, auch wenn mir leicht schmummerich ist, weil ich zu weing gegessen habe. Grade will ich zum Sprung kommen, dem Höhepunkt als meine Mama schreiend auf die Bühne kommt. Alle sehen sie an. Ich falle vor schreck hin. 'Louise, wir hatten ausgemachtr, dass du isst, du hast die letzten drei Tage alles weggeschmissen! & was höre ich da von Smilla ? Du kannst nicht tanzen, das ist viel zu gefährlich. du bist am Ende deiner Kräfte. Entschuldigen sie, meine Damen und Herren', schreit sie, während Bela zu mir eilt & die zuschauer erstaunt aufstehen um besser zu sehen und tuscheln, ' wir werden jetzt gehen.' 'Und du wirst wider in kur kommen', fügt sie flüsternd hinzu.
'Louise!', ich kann diese Stimme erkennen, während meine Mama mich rausschleift. 'Linus! wo bist du?' Meine Mama muss immer alles kaputt machen, nur weil sie mir nicht gönnt, dass ich schöner bin als sie. Ich sehe wie Linus auf die Bühne rennt. Die Securitymänner halten ihn auf. 'Linus darf hier hin', schrei ich als ich schon hinter der Bühne bin und das Publikum nicht mehr sehen kann.

fortsetzung folgt

Bruderherz [1]

Bruderherz.
'Bela, ich möchte meine Krücken hier lassen, ich will nicht, dass sie sehen, dass ich krank bin, und deshalb nett sind. "

Bela - Bruderherz, er ist 18, zwei Jahre älter als ich. Ich habe auch eine kleine Schwester, Smilla, sie ist 9. Ich liebe die beiden sehr. Bela ist immer für mich da, wie jetzt.

"Wenn du meinst. "

"Auf jeden Fall ! Ich will, dass sie bewerten was ich mache. Nicht meinen Gang. "

Ich bin bei einer Castingshow, in England, 'Britain's got Talent'. Ich bin geboren in Russland, doch mein Papa ist Fronzose und meine Mama kommt aus Albanien. Ich habe auch schon in Deutschland gelebt, jetzt wohnen wir in England, aber ziehen bald nach Italien, und werden da hoffentlich etwas länger bleiben. Mein Papa hat so 'nen mega Job, mit mega viel Geld, hier- da, kann auch meistens von zu hause arbeiten, aber dafür muss er oft umziehen.. Aber das hat auch was, ich spreche immerhin 5 Sprachen fließend. Russisch, Französisch, Albanisch, Englisch und Deutsch, aber ich spreche keine richtig perfekt.. Weil ich drei Sprachen gleichzeitig lernen musste..

Ich lasse also die Krücken stehen und humple auf die Bühne. Meine Beine fühlen sich kraftlos an, wackeln, nicht nur wegen der Aufregung. Ich zittere am ganzen Körper, als ich auf der Markierung, der Mitte der Bühne angekommen bin, und zu Boden sehe.

"Hey Girl." sagt die freundlich lächelnde Frau, aus der Jury. "Hey", ich sehe immer noch verlegen zu Boden. "Wie heißt du ?" "Ich bin Louise." Meine Beine geben nach, und ich kippe fast unsanft zu Boden. Bela eilt mit einem Stuhl unter'm Arm zu mir. Er nimmt mich in den Arm mich in den Arm, während Bela mir auf den Stuhl hilft. Die Jury sieht erschrocken zu mir, und ein Notarzt ist schon auf den Weg. "Louise, geht's wieder, was war das ? " Fragt wieder die Frau aus der Jury, mit ihrer lieblichen Stimme, die jetzt nicht mehr lächelt. "Das sind meine Beine, tut mir leid." "Magst du's uns erzählen." "Ich kann meine Beine nicht bewegen. Aber das liegt an meinem Kopf, also an der Psyche. Meistens geht das einfach nicht.. Normalerweise kann ich auch ein bisschen laufen, nur nicht gut.. Und wenn ich aufgeregt bin, oder so, dann nicht." "Hört sich schlimm an. Und was willst du heute für uns machen ?", fragt sie jetzt wieder erleichterter. "Ich werde für sie tanzen." Ich habe Angst vor der Reaktion und gucke immer noch auf den Boden. "Okay, wie kommst du denn zum Tanzen ?" Ich erzähle der Welt meine Geschichte, wie ich mit 3 Jahren das Bild von den Mädchen in bunten Tutu's gesehen habe, und direkt meiner Mama gesagt habe, dass ich auch sowas anhaben will, wie ich kurz danach das Bild von einem sieben jährigen Mädchen in der Zeitung, dass auf Spitze, in einem rießen Tutu tanzt und meiner Mama sofort gesagt habe 'Ich will auch tanzen.' Obwohl sie das damals nur als Träumerein abtat, tanze ich immernoch. Ich erzähle, dass Polina schon immer mein Vorbild war, dass ich nach vier Jahren auf Spitze tanzen durfte, mit sieben, dass ich aufhören musst, wegen meinen Beinen. Dass ich tanzen kann wie nicht anderes, nicht mal laufen. "Gut, dann fang mal an, Louise." Mein Ritual muss am Anfang kommen. Die Piruette muss klappen, dann bin ich frei, dann gibt's keinen Kopf mehr, nur noch mein Herz, das mich tanzen lässt. Dann kann ich mich verbiegen wie ich will, meine Muskeln funktionieren, weil mein Kopf aus ist. Ich tanze klassisches Ballett, zu pop. Denn ich brauche die Musik, so wie den Tanz. Alles klappt. Ich tanze, und tanze und tanze.
Doch plötzlich klappen meine Beine weg, ich hab keine Kraft, diesmal falle ich wirklich zu Boden. Alles tut weh. Mein Herz rast. Mein Haar wird nass. Schreie.




Als ich meine ermüdeten, verklebten Augen aufschlage höre ich eine entferte Stimme fragen : " Waren es ihre Muskeln ?" " Nein, ihren Beinen geht es sehr gut, sie hat einfach nur nichts gegessen, und ist kolabiert, die Aufregen, der Stress, die körperliche Belastung, und weil sie weder was getrunken noch etwas gegessen hat, heute." "Wie konnte das passieren ?" "Ich vermute sie hat eine Esstörung. Sie wiegt mit ihren 47 kg viel zu wenig für 1, 69 m und ihre 16 Jahre..", sagt die Ärztin.. "Aber.. ?" Ich frage mich wem die Stimme der besorgten Frau gehört. "Frau Paulsen, ich glaube ihre Tochter ist soeben aufgewacht, doch sie können da jetzt nicht rein, gehen sie doch lieber mit ihreren anderen Tochter in die Caféteria einen Kakao trinken. Ich informiere sie sofort, wenn sie zu ihr können." "Ja, das wird wohl das beste sein..", die Stimme klingt aufgewühlt. Die Ärztin kommt nicht direkt rein.
Ich höre noch, wie sie mit jemande anderem redet.
Ich realisiere wo ich bin, höre das regelmäßige piepen der Maschinen, ich sehe die Schläuche an meinen Armen, rieche den an meiner Nase und spüre den Verband an der pochenden, klaffenden Wunde an meiner Schläfe. Es ist eklig. Ich reiße die Schläuche aus meinem Arm, ein höllischer Schmert durchfährt meinen ganzen Körper, doch das lässt mich nicht davor zurückschrecken auch meine Nase und den Kopf zu befreien. Ich versuche mich aufzurichten, doch es geht nicht, es geht einfach nicht. Mein Kopf hält mich davon ab. Das erste was ich zu greifen bekomme, ist ein Glas Wasser, dass ich gegen das piepende Gerät pfeffere, es ist ein klirrendes, lautes Geräusch, doch das piepen hört nicht auf.
Man muss das klirren auch auf den Flur gehört haben, denn sofort stürmt dir Ärztin und eine Schwester in das Zimmer. Beide sagen nichts, und sobald sie sieht, dass mir nichts passiert ist, geht die Schwester wieder raus. Die Ärztin kommt auf mich zu, redet auf mich ein, was das sollte, was ich bezwecken wollte, erklärt mir, dass ich mit dem Kopf auf den Stuhl geknallt bin, und noch mehr, aber ich höre nicht zu. Denn dabei schlaucht sie mich wieder an. Ich will das nicht.
Ich hatte noch nichts zu ihr gesagt, ich dachte meine Stimme ist kaputt, doch sie funktioniert noch sehr gut, denn jetzt schreie ich sie an. "Sagen sie mir wo Bela ist. Ich will, dass Bela kommt." "Ich weiß nicht wo er ist." Antwortet sie mir ruhig und freundlich. "Aber ich will wissen wo Bela ist", inzwischen ist sie mit den Schläuchen feritg, fühlt meine Stirn und misst meinen Puls," ich will, dass er bei mir ist. Ich kann nicht mehr, er soll kommen. " Plötzlich breche ich in Tränen aus. "Bela soll kommen," schluchze ich vor mich hin. Mit meinem grünen Krankenhausnachhemd wische ich mir im Gesicht herum. "Alles wird gut, Louise, gleich ist alles vorbei, trink erst mal was." "Ist das Wasser ?" "Nein, sowas ähnliches." "Ich trink das nicht, ich will, dass Bela kommt, ich kann nicht ohne ihn." Ich schlage um mich. Ich kann nichts mehr sehen, alles ist unter einem Tränenschleier verschwunden. Ich flehe sie an, "bitte bringen sie Bela her. Ich hab Angst." Ich schreie, ich weine, ich schlage, ich kann nicht mehr. "Machen sie die Schläuche ab, ich will zu ihm." "Er kann nicht zu dir, trink erstmal ein biss.." Ich unterbreche sie hysterisch. "Ich will das aber nicht trinken, ich bin nicht durstig, ich bin nicht hungrig, ich bin nicht müde, ich will nur zu Bela. Ich will nicht mehr." "Jetzt beruhig dich, gleich ist es alles vorbei." Sie streichelt meine Haare, und wischt meine Tränen weg. Mein Mascara zieht schliere. "Gleich schläfst du noch ein bisschen, versprochen." Sie füllt eine durchsichtige Flüssigkeit in den Tropf der über mir hängt. Ich höre wieder die entfernte Stimme, der besorgten Frau, draußen vor der Glaßtür die schreit: "Louise, meine Louise, was ist passiert ? Ihre Arme bluten, und sie weint, was ist passiert ? Ich will es wissen." Es ist die Stimme von meiner Mama, ich habe sie nicht erkannt. "Mama", versuche ich zu schreien, doch meine Stimmt bleibt weg. Noch immer weine ich, als mich der Schlaf in seinen Bann zieht.


Ich öffne meine Augen, jedenfalls versuche ich es, ich bin zu schwach, zu müde, zu sehr am Ende meiner Kräfte. Als ich mich gesammelt habe, und mich endlich aufrichten und die Augen aufschlagen kann, ist da niemand. Ich blicke mich um, und meine Augen füllen sich schon wieder mit Tränen. 'Das darf nicht sein, Bela ist immernoch nicht da, die Frau hat gesagt, gleich ist alles vorbei,' denke ich. Einige Minuten höre ich dem immernoch andauerden Piepen zu, versuche mich zu konzentrieren um nicht wieder so laut loszuheulen. Die Ärztin kommt rein. Sie sieht meine Tränen. "Bela hat was für dich abgegeben, Louise. Keine Angst." Sie drückt mir einen Zettel in die Hand und stellt einen Blumentopf neben mein Bett, es sind Vergissmeinnicht. Auf dem Zettel steht in Bela's krakeliger Schrift.
'Schwesterherz, alles wird gut. Was machst du ? Du hast uns einen rießigen Schrecken eingejagt. Iss bitte, was man dir aufträgt, ok ? Ich mache mir sorgen. Ich bin grade in der Caféteria, mit Smilla und Mama, ich komme gleich wieder, um nach dir zu sehen. Alles wird gut, te dua, Bela. :'*
PS: Du bist weiter, mein Engel. (: '

Ich werde mich ganz gesund tanzen.

ich will dir etwas erzählen. Etwas von mir und meinem Leben.

Ich habs vor kurzer zeit geschrieben..


Das ist Sven. Er ist ein ganz wundervoller Mensch, aber Sven ist tot. Gestorben ist er vor sechs Jahren. Ganz unspektakulär, er wurde nicht umgebracht, es war kein Krebstod oder Selbstmord. Er ist einfach eingeschlafen, warum weiß keiner.

Er war verheiratet und hatte mir ihr, der Liebe seines Lebens, zwei Kinder. Maya war 9 als ihr Papa ging und Ben noch keinen Monat alt.
Das ist traurig. Für Marie, seine Frau, für Maya, weil sie ihren Papa lange nicht wieder sehen wird und für Ben , weil er Sven erst kennenlernen wird, wenn die Zeit seines Lebens zu ende ist.
Aber was hätte ich tun sollen? Ich hatte nicht die Entscheidungsmacht! Wirklich nicht.. Lange Zeit habe ich ihn beobachtet und auf ihn geachtet . Aber ich durfte nicht mehr die geplanten 36 Jahre warten.

Ich bin der Tod.

Das ist eine Geschichte, die erzählt wird aus meiner Perspektive, aus der Sicht des Todes.
Bitte erschrick nicht!
Ich muss zwar Menschen aus ihrem Leben reißen, ganz plötzlich, aber das ist nun mal mein Job. Und ich bin wirklich von Grund auf gut.
Vielleicht hast du keine Angst mehr sterben zu müssen, wenn du mich erst mal kennst.
Alle müssen sterben, der eine früher, der andere später. Aber das ist nicht das Ende. Bloß weil es unbekannt ist, habt ihr Angst. Aber jetzt wirst du mich kennenlernen und brauchst keine Angst mehr zu haben. Du wirst mich irgendwann treffen. Und du wirst mich mögen.

Sven ist mein Freund. Er hätte ein schönes Leben gehabt, auch weiter. Aber die Entscheidung lag wie gesagt nicht bei mir. Nie. Es passiert einfach.
Sven's Geschichte, ist die, die ich dir erzählen möchte. Sie bewegt mich.
Es war der 11. dieses Monats. Seine Tochter hatte ihm einen Brief geschrieben, den sie ihm an seinem Geburtstag auf's Grab legen wollte. Er hätte ihn nicht lesen können, wie auch? Er ist beim Tod, der Brief beim Leben. Das ist unmöglich. So gut wie unmöglich.
Doch ich handelte eine Art Vertrag mit meinem alten Freund Leben aus. Leben war schon immer gemein, er nutzt jede Gelegenheit andere kaputt zu machen und zu Boden zu werden.
Doch man muss ihm lassen, dass er einem immer wieder aufhilft und einem oft zum Lachen und Glücklichsein bringt.
Was in diesem Vertrag steht, das tut nichts zur Sache. Wichtig ist nur, dass er den Brief lesen darf.
So hält er den fünfseitigen Brief heute, zwei Tage später in seinen zitternden Händen. Sven sitzt am Tisch, nur noch die erste Seite des Briefs in der Hand. Seine Augen folgen den fein säuberlich geschriebenen Wörtern seiner 15 jährigen Tochter. Wort für Wort. Zeile für Zeile. Blatt für Blatt. Seine Gesichtszüge ändern sich. Er hatte sich gefreut den Brief lesen zu dürfen, doch er wusste noch nicht was drin steht.
Ich kenne Maya. Besser als mir lieb ist. Aber ich wusste nicht was sie wohl schreibt.
Ich unterbreche Sven nicht und lasse ihn in Ruhe. Ich werde dir nicht den ganzen Brief zu lesen geben, das wäre zu privat und vor allem zu lang. Ausschnitte preiszugeben jedoch, das kann ich mit meinem Gewissen vereinbaren.

'Liebster Papi, ich liebe dich. Und ich will dir etwas erzählen. Etwas von mir und meinem Leben.' Das hatte Maya geschrieben.
Als er das liest, lächelt er noch. Er weiß ja noch nicht was im Leben von Maya alles schief gelaufen ist.
Ich auch nicht. Aber ich weiß, dass sie mich mag. Sehr mag.
Es gab eine Zeit in der wollte sie zu mir. Sie wollte mich kennenlernen, weil sie wusste, dass man vor mir keine Angst haben muss und, dass ich alles besser mache. Ich bin nämlich nicht so so ein Ekel wie das Leben. Ich bin nett und bei mir wird alles gut! Sie wollte vom Leben weg. Und zu mir und ihrem Papa. Klar, bei mir ist auch nicht alles perfekt. Man verliert seine Familie, seine Freunde für eine Zeit. Und beim Leben kann man viel Lachen und hat Spaß, man ist viel glücklich. Bei mir wird’s vielleicht irgendwann langweilig.. Sie wollte sich das Leben nehmen.
Das habe ich Sven nicht gesagt, er hätte es nicht verkraftet. Also habe ich geschwiegen. Ich konnte ja nicht ahnen, dass sie einen Brief über ihr Leben an ihn schreibt.
Sven ist auf der letzten Seite des Briefs. Fast am Ende des Brief schrieb sie.'Papi, ich hoffe du verzeihst mir. Ich wollte nicht so ein furchtbares Mädchen sein. Ich wollte glücklich sein.' Fast weint Sven.
Als Sven das Leben verlassen hatte, war Maya ein ganz wundervolles Mädchen gewesen. Sie war offen und herzensgut. Jeder mochte sie und vor allem war sie fröhlich und glücklich. 'Was ist nur aus meiner Maya geworden?' das fragt sich Sven.
Ich will dir sagen, was sie noch geschrieben hat. 'Eigentlich bin ich kein Kind von Traurigkeit. Aber 'eigentlich' entnimmt jedem Satz die Wahrheit.' Als Sven diesen Satz eben gelesen hat, wusste er gar nicht was er sagen sollte.
Wäre Maya meine Tochter gewesen hätte ich mir vorwürfe gemacht. Sven hat sich auch Vorwürfe gemacht.
Ich will dir noch ein paar Sätze aus ihrem Brief zeigen.
'Irgendwann, kurz nach dem du weg warst, bin ich auch 'ne andere Schule gekommen. Da haben mich alle gemobbt. Sogar die Lehrer haben gesagt 'tja Maya, du bist eben nicht schlau genug für Mathe.' oder 'Du kannst einfach kein Französisch.' Als ich dann später die Schule gewechselt habe war ich die beste in Mathe, auf meiner ganzen Schule. Auch in Franz hatte ich 'ne 1.'
Weshalb kann man denn meine Tochter nicht mögen? Ich frage es mich. Und Sven fragt es sich.
Okay, weiter geht’s im Brief.
'Einmal habe ich einen Jungen kennengelernt, per Facebook, weißt du was das ist? Halt sowas wie SchülerVz nur in cool & für alle. Wir haben geschrieben, viel. & oft telephoniert. Er war der wichtigste Mensch in meinem Leben. Er hat mich immer zum lachen gebracht. Aber er hat gesagt, er müsse bald sterben. Aber er hat mich nur verarscht. Und ich habe ihn geliebt! Er hat mich kaputt gemacht. Ich dachte er müsse sterben & ich habe ständig geweint. Und er hat mich nur verarscht.'
Als er das eben gelesen hat, wusste Sven garnicht was er denken sollte. Es tat ihm so leid, dass er nicht da war.
Noch ein paar Zeilen von Maya:
'Mir geht’s schlecht, Papa. Eine zeit lang ging's mir so schlecht, dass ich mich ganz viel selbst verletzt habe. Zwei Jahre lang. Alles war offen. Meine Arme, meine Beine. Ich konnte nicht mehr.
Ich war bulimisch. Und habe viel gekotzt. Ich hatte ganz viel Angst. Fast unbegründete Angst vor so vielem.
Ich wollte mich umbringen. & zu dir.
Mama hat von all dem nichts mitbekommen. Ich habe immer gesagt 'Mama darf's nicht merken.' Es hat geklappt sie wusste nichts. Ich wollte nicht, dass sie traurig ist oder weint. Sie muss doch so viel packen. Mit Ben & der Arbeit. Da will ich ihr nicht auch noch mit meinem Arm oder so zur last fallen.
Ich wollte einfach weg von der Welt. '
'Sie wollte zu uns kommen', flüstert Sven als er das gelesen hat. 'Sie wollte sich umbringen.
Ja, das wusste ich und fast hätte ich mich ein bisschen gefreut. Dass sie zu ihrem Papa gekommen wäre. Dass Sven seine Tochter bei sich haben würde, nach sechs Jahren, durfte er endlich seine kleine Maya wieder in die Arme schließen. Das dachte ich. Aber ich hatte mir keine Gedanken darüber gemacht, dass sie freiwillig gegangen wäre, dass sie keine Angst hatte. Und es muss einem sehr schlecht gehen, um zu mir kommen zu wollen. Es ist aber eigentlich unfair, dass alle solche Angst vor mir haben.. Dabei bin ich viel netter als Leben. oo:

Sven ist am Boden!
Er macht sich solche Vorwürfe. Aber vorallem seiner Frau, weil sie nichts gemerkt hatte. Er ist sauer auf sich, weil er seine Tochter verlassen hat und sie vorher nicht glücklich gemacht hat. Wie falsch kann man seine Tochter so falsch erziehen, dass sie sich zu verletzen beginnt, zu kotzen beginnt und sich das Leben nehmen möchte..


'Sag mal.. Du musst das doch gewusst haben?!' wendet er sich an mich.
'Ich hab es gewusst Sven.. Aber fast jede 15-jährige denkt daran sich umzubringen

Ich erinnere mich an alles.

hab ich vor nem haleben jahr geschrieben. ISt noch nicht fertig

Jetzt. Jahre später glaube ich zu wissen was in ihrem Kopf vorging, als das passierte, was mein Leben zu zerstören drohte. Ich erinnere mich noch an alles. Jedes noch so kleine Detail. An jeden meiner Gedanken. An jedes ihrer Worte.

Es ist ein Sonntag. Ein Sonntag im April. Ich wache lächelnd auf, wie so oft, wenn ich weiß, dass ich sie heute sehe. Ich denke an sie, ich rufe an. Ich will ihre Stimme hören. Es ist noch früh am morgen, ich weiß nicht, ob sie schon wach ist, aber normalerweise wacht sie im selben Moment auf, wie ich. Ich höre die süße Melodie ihres Lieblingsliedes in der Warteschleife.

'Hallo ?', es ist die Stimme meiner Freundin die ich höre, doch ich wundere mich, als ich merke, dass ich ihre Stimme kaum erkannt hätte, wenn ich nicht gewusst hätte, dass sie es sein muss, mit der ich rede. Ihre Stimme ist voller Angst.

'Ich bin's nur', flüstere ich beruhigend. 'Ich bin's. Alles ist gut. Was ist passiert ? Weshalb klingst du so erschrocken ?' 'Es ist alles gut.' Die Worte klingen mit ihrer zittrigen Stimme nicht grade mit überzeugend. 'Ich bin da. Das weißt du. Ja ?' 'Ja.' Sie ist nie so kurz angebunden. Etwas schlimmes muss passiert sein. 'Können wir uns sehen ?' 'Hmm. Nicht bei mir. Komm nicht zu mir.' 'Okay. In einer Stunde, oder willst du noch ein bisschen schlafen ? Am Baum, ja ?' 'Mhm.' Immerhin etwas. Sie hat gesagt, dass sie da ist. Hoffentlich kommt sie auch wirklich.

Ich sitze auf unserem Baum. Dort haben wir uns kennengelernt. Sie war neu in unsere Stadt. Es war Sommer. Sie kam angelaufen, als ich auf dem Baum saß und den anderen zu sah. Damals waren wir fünf. Und sie war genauso hübsch wie jetzt. Obwohl sie nur Sachen aus Biobaumwolle trug. Ihre Eltern waren Ökos. Sie trug nichts, was jeder 'normale' tragen würde. Ich fand das süß. Jedenfalls später, in dem Alter in dem man beginnt sich für Mädchen zu interessieren. In dem sie für manche 'geil' werden, für manche 'sexy', und für manche 'süß'. Wie für mich. Und das Mädchen was ich mit elf Jahren süß fand, war eben sie. Bis heute. Ich warte auf sie, hoffe, dass sie kommt, dass sie mir erzählt, es wäre nur ein Tierchen in ihrem Bett gewesen, wegen dem sie so voller Angst war. Sie kommt nicht. Nicht nach zehn Minuten. Nicht nach zwanzig. Nicht nach einer Stunde. Nicht nach zwei. Garnicht. Irgendwann mache ich mir wirklich Sorgen, denn ich habe nie wirklich geglaubt, dass sie nicht kommt. Sie ist zuverlässig. Ich habe wirklich Angst. Also laufe ich, laufe zur U- Bahn. Ich will zu ihr.


'Ding dong.' Nichts. Nochmal. 'Ding dong.' Wieder Nichts. Ich hole, trotz des Widerstands in mir, den zweit Schlüssel aus seinem Versteck in der Dachrinne.

Das Geräusch, welches entsteht, wenn ich den Schlüssel in das Schloss stecke, erscheint mir viel lauter, als gewöhnlich. Auch als ich die Tür öffne ist etwas anders als sonst. Aber es sieht alles aus wie immer. Das Telefon hängt an der grün gestrichenen Wand. Der Anrufbeantworter blinkt, doch ich weiß, dass ich es war. Ich hab sie mehrmals angerufen, als ich auf sie wartete. Wie immer stehen Blumen auf dem kleinen Tisch im Flur. An der Garderobe hängen viele Jacken, Taschen und Tücher. Auch an den Kinderhacken hängen bunte Jacken. Die Schuhe stehen ordentlich im Schuhregal. Die Tür zur Küche ist geöffnet. Das Tor zur Treppe, für die kleinste im Haus, ist geschlossen. Ich merke, was anderes ist. Niemand ist da. Sonst strotzt dieses Haus nur vor Leben. Bei sechs Kindern und zwei Erwachsenen auch kaum anderes vorstellbar. Normal komme ich in dieses Haus und es rennen Kinder spielend durch den Flur. Es ist laut. Man hört lachen. Manchmal weinen. Manchmal schreien. Aber immer etwas. Oft riecht es nach Essen. Und überall findet man kleine Spuren des Lebens. Ein Schuh, mitten im Flur. Ein aufgeschlagenes Buch auf dem Tisch. Eben Leben. Doch jetzt ist da gar nichts. Gar nichts.

Ich gehe unten durch alle Zimmer. Durch die Küche, das riesige Bad, durch das Esszimmer und das Wohnzimmer. Ich gucke im Garten, ob jemand da ist, doch auch da ist niemand. Weshalb ist denn niemand da ? Die kleinen haben nicht lange Schule, doch es ist schon später Nachmittag, und Donnerstag ist der Tag an dem alle da sind, deshalb kochen sie immer zusammen. Aber niemand ist da. Ich gehe noch mal hoch, um zu sehen, ob wirklich niemand da ist. Nein. Auch oben ist niemand. Alles sieht unbewohnt aus. Wie in einem Möbelhaus. Sind sie kurz vor den Ferien in den Urlaub gefahren ? Vielleicht sollte ich doch mal sehen, ob jemand außer mir auf den Anrufbeantworter gesprochen hat. 'Ach stimmt. Ich hatte vergessen, dass ihr gestern spontan weg gefahren seid. Ruft mich doch mal an, wenn ihr wieder zuhause seid. Oder kommt einfach vorbei.' Das war ihre Nachbarin. Heute Morgen. Weshalb hat man mir das nicht gesagt. Und warum war sie dann heute zu hause ?

Ich kann nichts machen. Ich schnappe mir einen Apfel und bin auch schon wieder weg.



Um Ruhe zu finden gehe ich an den See, ihren Lieblingsplatz. Dieses Mal nehme ich aber nicht die U- Bahn, ich stecke die Kopfhörer meines iPods in mein Ohr, mache mein Lieblingslied an und laufe langsam den Waldweg zum See, um einen klaren Kopf zu bekommen.

Es beginnt grade zu regnen als ich am See ankomme. Doch ich setze mich trotzdem ans Ufer. Ich sitze da, schmeiße Steinchen in das blau- grüne Wasser. Höre Musik. Denke nach. Ein kleiner Fisch schlüpft unter einen fachen Stein. Der Regen wird stärker &' mein Pulli ist schon sehr nass. Trotz der Tatsache, dass ich lieber am See sitze, als in einer kleinen Holzhütte, will ich mich in das kleine Häuschen, das direkt am See stand, setzen.


Weil der Tod einfach immer kommt..

Hab ich mal für den Deutschunterricht geschrieben.. Mit 13 glaub ich..

.                                                                                                   „Nie war mehr Anfang als jetzt.
Weil der Tod einfach immer kommt...
Ich wusste nicht, dass es ihr so schlecht ging. Nur selten weinte sie. Nur wenn sie am Ende war. Wirklich am Ende. Meist lächelte sie. Aber jetzt, jetzt ist sie weg. Ich werde sie nie wieder sehen können. Nie wieder wird ihr Lächeln mich begeistern, mich mitreißen können. Ich werde sie nie mehr in den Arm nehmen können. Dabei liebe ich sie. Nie habe ich jemanden mehr geliebt. Ich kannte sie doch schon immer. Wir gingen zusammen in die Krabbelgruppe, miteinander in den Kindergarten. Wir waren auch gemeinsam in der Schule. Wir waren immer zusammen. Seit wir uns kannten wohnen wir in einem Haus. Es ist schon lange her, dass wir umgezogen sind. Aber weil unsere Familien immer so gut befreundet waren, zogen wir einfach gemeinsam um. Wir wohnten praktisch zusammen.
Wahrscheinlich war es für sie doch schlimmer als ich dachte, dass niemand mit ihr zu tun haben wollte. Es war nur, weil sie jeder zu perfekt fand. Dabei war sie gar nicht so. Für mich war sie perfekt, aber sie war verzweifelt. Sie nahm Tabletten. Ständig nahm sie diese Tabletten. Sie mochte es nicht, dass niemand was mit ihr zu tun haben wollte, aber noch weniger wollte sie, dass jemand was von dem Tabletten wusste, die Fassade fiel. Sie wollte mir noch nicht sagen warum. Aber sie meinte, wenn sie es für richtig hielte, würde sie es mir erzählen, das einzige was sie sagte war, dass es ihr schlecht ging. Ich verstand es nicht, ich war doch da. Ich half ihr, sie konnte sich bei mir ausweinen, reden. Es waren nicht mehr so viele verschiedene Tablette, nicht mehr so oft. Niemand merkte etwas. Auch mir, obwohl ich immer ihr bester Freund war und wir schon lange zusammen waren, erzählte sie es erst spät. Sie hielt ihre Fassade einfach immer aufrecht. Niemand wollte etwas mit ihr zu tun haben, außer ich. Ihre Freundinnen fühlten sich hässlich neben ihr. Hässlich, dumm und einfach schlecht. Und Männer waren fanden sie einfach unglaublich anziehend. Sie wären immer bei ihr gewesen, wenn ich nicht dabei gewesen wäre. Ich, der Grund der ihnen auch die geringste Chance versaute. Wenn wir spazieren gingen, sie in meinem Arm, trafen sie erst neidische Blicke, dann würden sie skeptisch, weil ich es war. Mich streiften die Blicke nur kurz. Denn ich war nur so ein 'hässliches Entlein'. Doch schon immer zog sie mich den anderen vor. Es war kaum auszuhalten für sie, dass sie so oft alleine war. Ganz alleine war sie zwar nie, ich war immer da, wenn sie mich brauchte. Aber niemand anders war je für sie da. Sie hatte keine Freunde. Neben ihr fühlte man sich schlecht, aber das wollte niemand. Ich wusste nicht, dass es so schlimm für sie was.
Sie hatte warme braune Augen, sie zogen einen immer in ihren Bann. Ihre Haare waren rot-blond, so wie es sich jeder bei ihr wünschte. Das lockige rot- blonde Haar passte richtig gut zu den süßen  Sommersprösschen, die sie auf der Nase hatte. Ihre Lippen waren voll. Sie waren wundervoll weich, zum Küssen perfekt. Obwohl sie immer das Bild für Außenstehende hielt, dass sie allzu perfekt war, war sie nie eingebildet. Auch herablassend war sie noch nie. Meistens redete sie intelligent, alle anderen fühlten sich dadurch schlecht. Aber sie machte es nicht absichtlich, sie war es einfach so gewohnt. Sie war wunderschön, doch ihr Charakter unterstrich ihre Schönheit nur. Man konnte kaum etwas schlechtes über sie sagen, sie war intelligent, gebildet, sie lachte viel, war humorvoll, sie kümmerte sich um alle anderen, war sozial. Sie war eben nahezu perfekt gewesen. Jeder wollte so sein wie sie. Es gab niemanden, der nicht so seinen wollte wie sie war.
Doch wenn ich ihr sagte, wie wundervoll sie war, gab sie nur zurück :
„Aber sobald ich alleine bin, bröckelt die Fassade, des perfekten, frohen Mädchens.“
Manchmal hat sie geweint. Dann lag sie in meinem Arm. Ihre Tränen sogen sich in meinen Pulli. Ich strich ihr das Haar aus dem Gesicht. Ich küsste sie auf die Nase. Der Duft ihres Parfüms brachte mich jedes Mal zum Lächeln. Dann formten sich sich ihr Lippen auch meistens zu einem zaghaften Lächeln. Aber wenn ich mich an unsere Zeit erinnere, dann lächelte sie fast nur. Sie lächelte tatsächlich fast immer. Ihre Fassade hielt sie eben. Sie hatte ein süßes Lächeln. Sie hatte ein schönes Lächeln. Ich habe es geliebt. Sie lächelte, wenn sie glücklich war, wenn sie schlief, einfach immer.
Sie war auch unglaublich hübsch. Wenn sie aus dem Bett stieg, ungekämmt, ungeschminkt, wenn sie ging, aber am schönsten war sie wenn sie wirklich lachte, wenn sie einfach nur glücklich war.
Eben immer. Bis auf den Tag, an dem ich sie fand. Ihr altes rosa Springseil um den Hals geschlungen. Jetzt war es fest zugezogen. Ich konnte mir genau vorstellen wie sie das Seil, anmutig wie sie war, um den Hals legte, wie eine teure Kette. Ich fand sie in einer alten verlassenen Waldhütte. Dort haben wir oft gegrillt. Von klein auf. Dieser Tag, an dem ich sie so fand, es war der 4. diesen Monats, war der schlimmste den ich jemals erlebt hatte. Es war zwar mein Freundin, die da schlaff an dem Seil hing, aber ich erkannte sie kaum. Sie hing reglos da. Die Lippen blau. Die Augen gerötete. Sie hatte vor ihrem Tod geweint. Oder sie hatte wieder Tabletten genommen. Vielleicht aber auch beides. In ihrem Gesicht standen Schmerzen. Nichts als Schmerzen. Keine Angst. Keine Trauer. Nur Schmerz. Es war kein körperlicher Schmerz gewesen, keine Schmerzen des Todes. Es waren seelischen Schmerzen. Dieser Schmerz, der in ihren Augen zu sehen war, ließ mich zurück schrecken.
Sie war ganz still. Früher war sie das nie gewesen. Sie hatte nie still sitzen können, hatte immer geredet, gelacht. Doch jetzt, jetzt war sie leblos. Nichts bewegte sich. Ihr Haar hing schlaff vom Kopf herab. Der Kopf war gesenkt. Die Augen starr auf einem Punkt gerichtet. Die Pupillen waren geweitet. Der Mund leicht geöffnet. Ich begriff ganz ganz langsam, dass nichts mehr sein würde wie früher. Ich würde sie nie wieder lachen sehen, nie mehr weinen, sie würde nie wieder in meinen Armen liegen. Nie wieder würden sich ihr Tränen in meinen Pullover saugen, nie wieder würde ich sie weg küssen können. Nie wieder würde ich sie zum Lachen bringen können, weil ich so tolpatschig war. Nie wieder würden ich ihre zarte, weichen, vollen Lippen auf meinen spüren. Nie könnte ich sie sehen, wie sie nervös, aufgeregt durch die Gegend hüpfte. Nie wieder würde ich sehen, wenn ihr Augen vor Glück zu funkeln begannen. Ich weiß, dass ich sie immer lieben würde, doch ich las in ihrem Gesicht, sie würde mich nie wieder lieben können. Die Tränen traten langsam in meine Augen. Genauso wie die Traurigkeit, die mein Herz fast erstarren ließ.
Ich war traurig, weil der Tod einfach immer kommt.
Ich sah es. Sie war tot.




Ben liebt Emma ♥

Ich hab's am 02.10.11 geschrieben. Mh, eine meiner ersten..

Ben liebt Emma
Es ist Winter. Alles ist weiß. Alles bedeckt mit einer dünnen pulverigen Schneeschicht. Die Kiefer in der ich früher als Kind rumgeklettert bin, ist nicht braun oder die Krone grün, sie ist weiß. Die Stufen des Rathauses sind nicht grau, sie sind weiß. Auch ein Auto, das auf dem Gehweg parkt, von dem ich nur weiß, dass es rot ist, weil jemand mit seinem Finger drüberstrich, ist weiß. Alles ist weiß. Es gibt nur das Weiß des Schnees und das Grau des Himmels.
Der Schnee erstickt jedes einzelne Geräusch, nur das Geräusch, was entsteht, wenn man über den Schnee läuft, hört man an diesem Tag, kurz vor Silvester. Er rieselt leise und friedlich. Schnell und kalt fällt er von den grauen Wolken herab. Es ist sehr kalt und kaum jemand ist auf der Straße anzutreffen. Niemand ist draußen. Nur ein Mädchen sitzt zusammengekauert auf einer Bank, in unserem einzigen Park.
Ich kenne das Mädchen. Ich bin das Mädchen. Sie sitzt dort alleine, die Knie angewinkelt. Ihre Wangen sind rosig, ihre Lippen weiß. Sie trägt eine lila Mütze, doch trotzdem ist es viel zu kalt. Es ist dunkel, obwohl es nicht mal fünf Uhr am Nachmittag ist. Doch die Dunkelheit, die sie zu verschlingen droht, die Kälte, die sie zu lähmen scheint und die Einsamkeit, die ihr Herz einfrieren vermochte, schien sie nicht davon abzuhalten, dort zu sitzen und bitterlich zu weinen.
Aber warum weint sie denn so?
"Aber warum weinst du denn so?", eine liebliche Stimme tauch aus der Dunkelheit aus. Das Mädchen ist doch nicht die einige bei der Eiseskälte auf der Straße. Sie schreckt hoch, denn sie hatte niemanden erwartet. Sie wischt sich über's Gesicht, damit er nicht mehr erkennen kann, wie rot ihre Augen sind. Doch trotz des Versuchs ihre Schönheit wieder unendlich zu machen, lässt sie den Kopf gesenkt.
"Geht schon. Geht schon. Ja, alles gut.. Geht schon!", gibt sie schnell, flüchtig und unbedacht zurück. "Naja", stellte der Junge fest, "'alles gut' sieht anders aus." Er schiebt den Schnee von der Bank und setzt sich neben sie. "Für 'alles gut' hast du en bisschen zu viel geweint.. hm?" Er hat ja Recht, aber ich kenne ihn doch garnicht. "Ja?", fragt er. "Ich kenne dich ja garnicht und überhaupt." "Wir machen einen Deal, ja? Ich stell mich dir vor, du stellst dich mir vor, dann darf ich hier bleiben, du hörst auf zu weinen und erzählst mir lieber was passiert ist. So schöne Augen wie deine es sind, sollten nicht mit Tränen gefüllt sein. Okay?"
Sie sieht das erste Mal hoch und trifft auf die Augen, eines braun haarigen Jungens, der ebenso blaube Augen hat, wie sie. Ein schüchternes Lächeln tritt auf ihr Gesicht. Weil er so etwas Süßes gesagt hatte, und weil er ebenfalls lächelt. Er deutet ihr Lädcheln als 'ja' und beginnt zu erzählen. "Also, ich bin Ben. Ich bin 16, und ich habe dich hier noch nie gesehen, warum bist du hier?" "Meine Oma wohnt hier, da hinten direckt." Ich zeige mit meinem lila lackierten Finger auf ein kleines zugeschneites Haus, in der nahre gelegenen Straße. Die Antwort genügt ihm und er erzählt weiter von sich. "Ja, ich wohne hier. Ziemlich öde, oder? Naja ich bin jetzt in der 11. und ich komm auch ziemlich gut durch. Ich bin garnich so schlecht, dabei habe ich andere Sachen als Schule im Kopf. Skaten, oder die.. naja. Mein bester Kumpel, er hat immer sehr komische Freundinnen und ja.. Dann macht er sich auch noch drüber lustig, dass ich nicht auf sie 'Bitches' stehe und überhaupt seiner Meinung nach viel zu selten verliebt bin. Egal. Ja, ich hab alles im Kopf außer Schule eben. Und bei dir? Du bist dran." Er macht eine Pause. "Hmm." Er setzt wieder an. " Fangen wir mit etwas leichtem an.. Deinem Namen vielleicht?" "Emma." Er lächelt. "Bist du immer so kurz angebunden, oder liegt das an mir?", fragt er lächelnd. "Nein", gebe ich zu, "eigentlich rede ich sehr viell.. Nur grade nicht. Tut mir leid. Aber du kannst ja nichts dafür. Ich geb' mir jetzt Mühe, ja? Ich bin Emma, ich bin noch 15, in einem Monat hab ich aber Geburtstag. Hm, eigentlich heiße ich Emma-Lynn, aber das interessiert niemanden. Ja, ich bin auch in der 11. Ja in meinem Kopf ist auch alles andere außer Schule. Aber gut bin ich trotzdem irgendwie.. Ja wie gesagt bin ich grade bei meiner Oma, mit meiner Mama." bis jetzt hielt ich meinen Teil des Versprechens, ich hatte aufgehört zu weinen. "Eigentlich wohne ich in Marburg. Kennst du das? Ich mag's voll. Nur Berlin & Köln sind cooler." "Ja, kenn ich.. Marburg. Meine Mama kam von da. Ich mag's auch sehr. Aber. Ich. Mh, darf ich dich was fragen? Was privates? Du musst auch nicht antworten.." Es klang ein bisschen schüchtern, aber süß. Ohne hoch zu sehen nicke ich. Innerlich lächle ich. "ja", wiederhole ich. "Mich interessiert grade eingentlich nur.. ob du einen Freund hast?" Mit so einer Frage hatte ich eigentlich nicht gerechnet. "Nein. Wieso?" Meine Stimmt klingt wieder sehr schüchtern. Ich senke den Kopf, und verschließe die Hände wieder fest zwischen den Knien. "Nur so..", jetzt klang auch er ein bischen unsicher doch er fasste sich wieder. " Nicht, dass gleich so'n Machokerl ankommt 'ey, alltaaah, was machsn du hia mein Mädschen an unso?' Aber das wäre kein lieber Freund für dich. Wenn er dich hier einfach weinend in der Kälte sitzen ließe. Aber so jemand würdest du nicht mögen, hoffentlich. Apropos Kälte.. Ist die kalt? Willst du meine Jacke?" Nein, lieber deine Hand, denke ich. "Nein, lieber nicht." Was ich sagt interessierte ihn nicht, er zieht seine Jacke aus und streift sie über meine Schultern. Ich lächle. Ich sehe wieder nach oben und betrachte ihn das erste Mal. Er sieht sehr lieb aus, wie er da sitzt. Ein bisschen verliebt schaut er mir in die Augen.
Und zack. Boom. - Verliebt! ♥
Er hat einen schwarzen Pulli an, und schwarze Röhren. Meine Freundin sagt immer 'Jungs in Röhren sind purer Luxus.' Sie hat Recht. Er trägt eine graue Mütze an, sie ist meiner ein bisschen ähnlich. Nur meine ist lila, seine grau, meine für Mädchen, seine eben eine Jungenmütze. Heißt das was? Er ist hübsch. Seine Augen funkeln sehr süß. Und sein Lächeln ist Traumhaft.
Aber warum verliebe ich mich denn immer in so perfekte Jungs, bei denen ich eh keine Chance habe. Ich kenne ihn doch nicht mal. Bloß sind da sie Schmetteringe in meinem Bauch..
Solche Jungs mögen doch nur dünne Mädchen, dünne, schöne Mädchen mit Konfektionsgröße 0. Mit blonden Haaren, mit drei Tonnen Make-up im Gesicht , die voll die Modepüppchen sind. Nicht so wie ich. Ich bin nicht die Art Mädchen, in die sich ein Junge verliebt. Schon garnicht jemand wie er Oder?
"Warum sagst du nichts mehr, Emma? Hab ich was falsches gesagt oder getan, oder so? Wenn ja, tut es mir leid." Mist, ich war so in Gedanken, dass ich glatt vergessen hatte, dass der Junge in meinem Kopf, direckt neben mir sitzt. "Nein, passt schon, passt schon, geht schon, alles gut, geht schon..", stammle ich.. Ben lächelt: "Das hatten wir doch vorhin schon mal.. Okay, zurück zum Deal, ja? Du kennst mich jetzt ein bisschen und ich dich. Auf gehört zu weinen hast du auch. Erzählst du mir jetzt warum du so geweint hast? So ein hübsches Mädchen wie du sollte nicht weinen. Das will ich nicht. Hörst du?" Ich sehe ihn schüchtern an. Lädchelnd. Er lächelt auch. Ich senke meinen Blick wieder. "Ich lache auch nicht Versprochen. Und wenn du wieder anfängst zu weinen, dann tröste ich dich. Erzähl schon." "Nicht lachen, versprochen?" "Heiliges Ben-Indianerehrenwort", sagt er lachend und hebt zwei Finger, zum Schwur. Wir lachen. "Ahm, es ist ein bisschen peinlich.. Mein Opa ist vor drei Jahren gestorben..", die Tränen treten wieder in meine Augen, "ich.. ich hatte ihm zum Geburtstag einen Brief geschrieben . er hatte im Oktober geburtstag. Also er hätte gehabt..









cc:

Ich bin Sophie Seifenblasen.
Ich stelle mich erstmal vor, so wie es sich gehört..

Ich bin 15 Jahre alt, öde, ja das weiß ich.
Ich gehe in die 10. Klasse, also nach den Ferien. Damit bin eine von den 'Großen' meiner Schule. Aber so fühle ich mich nicht.
Ich bin dick, hässlich, dumm & nichts wert. (:
Das ist mein Geschichten Blog, sprich ich poste meine Geschichten.
Ich schreibe nicht gut, aber ich schreibe gerne. Ich habe eigentlich keinen sonderlich schönen Schreibstil, aber ich brauch's. Das schreiben.

Ich habe auch einen echten Blog, mein Tagebuch, den führe ich seit letztem Mai ..
Mal schauen, vielleicht bekommt ihr den Link.


In Liebe, Sophie Seifenblasen ♥