Hab ich mal für den Deutschunterricht geschrieben.. Mit 13 glaub ich..
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„Nie
war mehr Anfang als jetzt.
Weil der Tod einfach immer
kommt...
Ich wusste nicht, dass es
ihr so schlecht ging. Nur selten weinte sie. Nur wenn sie am Ende war. Wirklich
am Ende. Meist lächelte sie. Aber jetzt, jetzt ist sie weg. Ich werde sie nie
wieder sehen können. Nie wieder wird ihr Lächeln mich begeistern, mich
mitreißen können. Ich werde sie nie mehr in den Arm nehmen können. Dabei liebe
ich sie. Nie habe ich jemanden mehr geliebt. Ich kannte sie doch schon immer.
Wir gingen zusammen in die Krabbelgruppe, miteinander in den Kindergarten. Wir
waren auch gemeinsam in der Schule. Wir waren immer zusammen. Seit wir uns
kannten wohnen wir in einem Haus. Es ist schon lange her, dass wir umgezogen
sind. Aber weil unsere Familien immer so gut befreundet waren, zogen wir
einfach gemeinsam um. Wir wohnten praktisch zusammen.
Wahrscheinlich war es für
sie doch schlimmer als ich dachte, dass niemand mit ihr zu tun haben wollte. Es
war nur, weil sie jeder zu perfekt fand. Dabei war sie gar nicht so. Für mich
war sie perfekt, aber sie war verzweifelt. Sie nahm Tabletten. Ständig nahm sie
diese Tabletten. Sie mochte es nicht, dass niemand was mit ihr zu tun haben
wollte, aber noch weniger wollte sie, dass jemand was von dem Tabletten wusste,
die Fassade fiel. Sie wollte mir noch nicht sagen warum. Aber sie meinte, wenn
sie es für richtig hielte, würde sie es mir erzählen, das einzige was sie sagte
war, dass es ihr schlecht ging. Ich verstand es nicht, ich war doch da. Ich
half ihr, sie konnte sich bei mir ausweinen, reden. Es waren nicht mehr so
viele verschiedene Tablette, nicht mehr so oft. Niemand merkte etwas. Auch mir,
obwohl ich immer ihr bester Freund war und wir schon lange zusammen waren,
erzählte sie es erst spät. Sie hielt ihre Fassade einfach immer aufrecht.
Niemand wollte etwas mit ihr zu tun haben, außer ich. Ihre Freundinnen fühlten
sich hässlich neben ihr. Hässlich, dumm und einfach schlecht. Und Männer waren
fanden sie einfach unglaublich anziehend. Sie wären immer bei ihr gewesen, wenn
ich nicht dabei gewesen wäre. Ich, der Grund der ihnen auch die geringste
Chance versaute. Wenn wir spazieren gingen, sie in meinem Arm, trafen sie erst
neidische Blicke, dann würden sie skeptisch, weil ich es war. Mich streiften
die Blicke nur kurz. Denn ich war nur so ein 'hässliches Entlein'. Doch schon
immer zog sie mich den anderen vor. Es war kaum auszuhalten für sie, dass sie
so oft alleine war. Ganz alleine war sie zwar nie, ich war immer da, wenn sie
mich brauchte. Aber niemand anders war je für sie da. Sie hatte keine Freunde.
Neben ihr fühlte man sich schlecht, aber das wollte niemand. Ich wusste nicht,
dass es so schlimm für sie was.
Sie hatte warme braune
Augen, sie zogen einen immer in ihren Bann. Ihre Haare waren rot-blond, so wie
es sich jeder bei ihr wünschte. Das lockige rot- blonde Haar passte richtig gut
zu den süßen Sommersprösschen, die sie
auf der Nase hatte. Ihre Lippen waren voll. Sie waren wundervoll weich, zum
Küssen perfekt. Obwohl sie immer das Bild für Außenstehende hielt, dass sie
allzu perfekt war, war sie nie eingebildet. Auch herablassend war sie noch nie.
Meistens redete sie intelligent, alle anderen fühlten sich dadurch schlecht.
Aber sie machte es nicht absichtlich, sie war es einfach so gewohnt. Sie war
wunderschön, doch ihr Charakter unterstrich ihre Schönheit nur. Man konnte kaum
etwas schlechtes über sie sagen, sie war intelligent, gebildet, sie lachte
viel, war humorvoll, sie kümmerte sich um alle anderen, war sozial. Sie war
eben nahezu perfekt gewesen. Jeder wollte so sein wie sie. Es gab niemanden,
der nicht so seinen wollte wie sie war.
Doch wenn ich ihr sagte,
wie wundervoll sie war, gab sie nur zurück :
„Aber sobald ich alleine
bin, bröckelt die Fassade, des perfekten, frohen Mädchens.“
Manchmal hat sie geweint.
Dann lag sie in meinem Arm. Ihre Tränen sogen sich in meinen Pulli. Ich strich
ihr das Haar aus dem Gesicht. Ich küsste sie auf die Nase. Der Duft ihres
Parfüms brachte mich jedes Mal zum Lächeln. Dann formten sich sich ihr Lippen
auch meistens zu einem zaghaften Lächeln. Aber wenn ich mich an unsere Zeit
erinnere, dann lächelte sie fast nur. Sie lächelte tatsächlich fast immer. Ihre
Fassade hielt sie eben. Sie hatte ein süßes Lächeln. Sie hatte ein schönes
Lächeln. Ich habe es geliebt. Sie lächelte, wenn sie glücklich war, wenn sie
schlief, einfach immer.
Sie war auch unglaublich
hübsch. Wenn sie aus dem Bett stieg, ungekämmt, ungeschminkt, wenn sie ging,
aber am schönsten war sie wenn sie wirklich lachte, wenn sie einfach nur
glücklich war.
Eben immer. Bis auf den
Tag, an dem ich sie fand. Ihr altes rosa Springseil um den Hals geschlungen.
Jetzt war es fest zugezogen. Ich konnte mir genau vorstellen wie sie das Seil,
anmutig wie sie war, um den Hals legte, wie eine teure Kette. Ich fand sie in
einer alten verlassenen Waldhütte. Dort haben wir oft gegrillt. Von klein auf.
Dieser Tag, an dem ich sie so fand, es war der 4. diesen Monats, war der
schlimmste den ich jemals erlebt hatte. Es war zwar mein Freundin, die da
schlaff an dem Seil hing, aber ich erkannte sie kaum. Sie hing reglos da. Die
Lippen blau. Die Augen gerötete. Sie hatte vor ihrem Tod geweint. Oder sie
hatte wieder Tabletten genommen. Vielleicht aber auch beides. In ihrem Gesicht
standen Schmerzen. Nichts als Schmerzen. Keine Angst. Keine Trauer. Nur
Schmerz. Es war kein körperlicher Schmerz gewesen, keine Schmerzen des Todes.
Es waren seelischen Schmerzen. Dieser Schmerz, der in ihren Augen zu sehen war,
ließ mich zurück schrecken.
Sie war ganz still. Früher
war sie das nie gewesen. Sie hatte nie still sitzen können, hatte immer
geredet, gelacht. Doch jetzt, jetzt war sie leblos. Nichts bewegte sich. Ihr
Haar hing schlaff vom Kopf herab. Der Kopf war gesenkt. Die Augen starr auf
einem Punkt gerichtet. Die Pupillen waren geweitet. Der Mund leicht geöffnet.
Ich begriff ganz ganz langsam, dass nichts mehr sein würde wie früher. Ich
würde sie nie wieder lachen sehen, nie mehr weinen, sie würde nie wieder in
meinen Armen liegen. Nie wieder würden sich ihr Tränen in meinen Pullover
saugen, nie wieder würde ich sie weg küssen können. Nie wieder würde ich sie
zum Lachen bringen können, weil ich so tolpatschig war. Nie wieder würden ich
ihre zarte, weichen, vollen Lippen auf meinen spüren. Nie könnte ich sie sehen,
wie sie nervös, aufgeregt durch die Gegend hüpfte. Nie wieder würde ich sehen,
wenn ihr Augen vor Glück zu funkeln begannen. Ich weiß, dass ich sie immer
lieben würde, doch ich las in ihrem Gesicht, sie würde mich nie wieder lieben
können. Die Tränen traten langsam in meine Augen. Genauso wie die Traurigkeit,
die mein Herz fast erstarren ließ.
Ich war traurig, weil der
Tod einfach immer kommt.
Ich sah es. Sie war tot.
Die Geschichte ist voll traurig. Ich kann nicht glauben dass du die mit 13 geschrieben hast. ich finde sie so schön und bewegend.
AntwortenLöschenLieb von dir :) Hab ich aber ehrlich mit 13 in der 8 geschrieben:)
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